Welche klimatischen Bedingungen herrschen in Höhlen ?

Die Temperatur der Höhlenluft ist, im Gegensatz zur Temperatur der Außenluft, meist recht gleichbleibend (in Hessen um 8C). Wenn im Winter kalte Luft und im Sommer warme Luft in eine Höhle gelangt, so gleichen sie sich bald an die Temperatur der Höhlenluft an. Das liegt daran, daß das Gestein eine weithin gleichbleibende Temperatur hat. Sie bestimmt durch den an den Höhlenwänden dauernd gegebenen Kontakt auch die Temperatur der Höhlenluft. Dabei ist natürlich von Bedeutung, wie gut der Austausch mit der Außenluft ist.

Bekanntlich ist kalte Luft schwerer als warme, wenn man gleiche Rauminhalte miteinander vergleicht. Sind gute Verbindungen vorhanden, so fließt die kältere Luft einer Höhle bei warmem Wetter durch tieferliegende Verbindungswege nach außen. In gleichem Umfang fließt die warme Außenluft auf höherliegenden Verbindungswegen nach. Der umgekehrte Fall tritt im Winter ein, wenn die im Verhältnis zur Außenluft warme Luft eines Höhlensystems aus Spalten nach oben entweicht. Durch die Temperaturunterschiede kommt es am Höhleneingang und an Spalten, die zu einer Höhle führen, zu stärkeren Luftströmungen; im Winter weht es warm, im Sommer kalt aus manchen Spalten.

Luftbewegungen spielen auch für die Luftfeuchtigkeit in Höhlen eine große Rolle. Im Höhleninneren ist die Luft in der Regel nicht nur sehr feucht, sondern sogar wassergesättigt oder -übersättigt. Auch die Außenluft hat einen gewissen Feuchtigkeitsgehalt, der allerdings recht unterschiedlich ist. Warme Luft kann erheblich mehr Wasser in sich aufnehmen als kalte Luft. So wird im Sommer in eine Höhle eindringende warme Luft dort abkühlen, wobei ihre relative Feuchte fällt, d.h., sie kann bis zum Sättigungsgrad mehr Wasser aufnehmen. Im Sommer stellt sich also die hohe Luftfeuchtigkeit eindringender Luft von selbst ein, im Winter kann die Luft Wasser aus ihrer Umgebung aufnehmen, während sie sich erwärmt. In Höhlen sind ja große Verdunstungsflächen an Decke, Wand und Boden vorhanden und außerdem fast immer genug Wasser, das sich als Nässe an den Wänden, in Pfützen am Boden und schließlich auch im nassen Höhlenlehm findet. Allgemein herrscht daher in Höhlen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Diese hohe Luftfeuchtigkeit führt zu einer fast vollständig staubfreien Luft, was sich vor allem bei der Behandlung von Atemwegserkrankungen positiv auswirkt.

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