Wie entstehen Höhlen ?

Insgesamt dürfte es auf der Welt einige hunderttausend Höhlen geben. Im allgemeinen ist als Höhle jeder vom Menschen befahrbare und durch Naturvorgänge gebildete Hohlraum zu verstehen, der ganz oder teilweise von festem Gestein umgeben ist. Höhlen können im Prinzip in allen Gesteinen vorkommen, wobei die Entstehung hier recht unterschiedlich sein kann. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primären Höhlen und sekundären Höhlen.

Primäre Höhlen entstehen bei der Bildung des Muttergesteins. Beispiele hierfür sind Hohlräume in Erstarrungsgesteinen (z.B. Basalthöhlen), Lavahöhlen (Tunnelhöhlen auf Hawaii und Island), Riffhöhlen (werden durch Korallen gebildet) und Tuffhöhlen (ein Hohlraum wird durch Ausscheidung von Kalkwässern umwachsen). Diese Höhlen spielen bei der Forschung im hessischen Katastergebiet, bis auf einige kleine Basalthöhlen, keine Rolle.

Sekundäre Höhlen entstehen nach der Bildung des Muttergesteins. Hierzu zählen tektonische Hohlräume, Überdeckungshohlräume, Winderosionshöhlen, durch Erosion entstandene Wasserhohlräume (z.B. Brandungshöhlen) und durch Korrosion entstandene Wasserhohlräume.

Die meisten Höhlen liegen in Kalkgesteinen. Diese Ablagerungsgesteine können organischen oder anorganischen Ursprungs sein. Sie bestehen hauptsächlich aus Kalzium-Karbonat in Form des Minerals Kalzit oder auch aus Kalzium-Magnesium-Karbonat in Form des Minerals Dolomit.

Kalksteine haben eine besondere Eigenschaft, die ausschlaggebend für die große Anzahl von Höhlen ist: Sie werden von kohlendioxidhaltigem Wasser aufgelöst. In der Atmosphäre ist das gasförmige Kohlendioxid (CO2) allgegenwärtig, wenn auch nur in sehr geringer Konzentration. Die Konzentration kann aber stellenweise erheblich größer sein, so z.B. in den Porenräumen der Humusböden, die über vielen Kalkvorkommen mit Höhlen liegen. Wenn sich dieses Kohlendioxid in Wasser (z.B. Regenwasser) löst, entsteht eine schwache Säure, die Kohlensäure (H2CO3), die den Kalkstein angreift und langsam auflöst.

In Nordhessen kann man unterirdische Lösungsprozesse ausgezeichnet am Beispiel der Hie- und Kripplöcher im Meißnervorland nachvollziehen. Hier liegen in einem eng abgegrenzten Gebiet zahlreiche Dolinen, Höhlen und Spalten. Das unterirdisch abfließende Wasser tritt in zwei Karstquellen am Rande des Karstgebiets wieder zutage.

Ansonsten weist das nordhessische Katastergebiet zahlreiche Höhlen im Muschelkalk auf, die man als Abrißklüfte bezeichnet. Diese Höhlen entstehen durch das Abrutschen ganzer Berghänge auf den Röttonen, einer wasserundurchlässigen Tonschicht. Die dadurch entstehenden Spalten erreichen nicht selten eine Tiefe von 30 bis 50 Metern.

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