Welche Forschungsschwerpunkte hat der Höhlenforscherclub Bad Hersfeld e.V. im nordhessischen Heimatraum ?

Für Hessen gibt es ein Höhlenkataster, das zentral bei Gerhard Stein von der Höhlenforschergruppe Rhein-Main geführt wird. Hier werden alle Daten (Vermessungsergebnisse, Exkursionsberichte, Literatur, Lagebeschreibungen, Höhlenpläne usw.) gesammelt, die dann auf Anfrage den Mitarbeitern an diesem Kataster zur Verfügung stehen. Dieses ist durchaus sinnvoll, da in Hessen wohl kein Verein alleine in der Lage wäre, ein so großes Gebiet flächendeckend höhlenkundlich zu erforschen.

Der Höhlenforscherclub Bad Hersfeld e.V. setzt zur Zeit folgende Schwerpunkte bei seiner Forschungsarbeit:

1. Höhlensuche

Wer glaubt, in Hessen gäbe es kein Neuland mehr zu entdecken, hat weit gefehlt. Gerade im nordhessischen Fulda-Werra-Bergland gibt es unzählige Muschelkalkberge, deren Steilhänge nur sehr schwer abzusuchen sind, da die Gegend äußerst unzugänglich ist. Hier finden Mitglieder des HFC jedes Jahr einige bisher unbekannte Höhlen, die dann weiter an den Katasterführer gemeldet werden.

Anhaltspunkt für die Region, die durchsucht werden soll, bietet meistens das anstehende Gestein. Dieses kann z.B. anhand von geologischen Karten ermittelt werden. Desweiteren wird Hinweisen aus der Bevölkerung benachbarter Dörfer oder aus älteren Literaturangaben nachgegangen.

Es werden daher immer wieder Suchexkursionen unternommen, wobei natürlich auch Erdfälle, Karstquellen, Bachschwinden oder Bergwerkstollen registriert werden. Hier sind die vereinseigenen topographischen Karten eine gute Hilfe, um die exakte Lage der Objekte zu bestimmen. Alle gefundenen Objekte werden dann zu einem späteren Zeitpunkt wissenschaftlich untersucht.

2. Höhlenvermessung

Die gefundenen Höhlen werden mittels Maßband, Neigungsmesser, Kompaß und Zollstock möglichst genau vermessen. Die ermittelten Meßdaten werden dann in mühevoller, manchmal mehrere Tage dauernder Kleinarbeit in einen Höhlenplan übertragen, der ein wichtiges Forschungsergebnis der Höhlenkunde ist. Diese Höhlenpläne werden dann dem Katasterführer zur Verfügung gestellt und oftmals auch - unter Beachtung des Höhlenschutzes - in Fachartikeln (z.B. im Jahresbericht der Höhlenforschergruppe Rhein-Main) veröffentlicht.

3. Biospeläologische Untersuchungen

Alle Funde von Höhlentieren in Hessen (i.d.R. Insekten, Spinnentiere, Schnecken, Asseln und andere Kleinstlebewesen) werden im Biospeläologischen Kataster von Hessen zusammengefaßt. Dieses Kataster wird zentral beim Höhlenforscherclub Bad Hersfeld e.V. geführt. Derzeit sind hier über 51.000 Höhlentierfunde registriert, die sich auf fast 2.000 verschiedene Tierarten verteilen.

Aufgabe der Hersfelder Höhlenforscher ist es hierbei, die Höhlen, Stollen, Quellen und Brunnen im nordhessischen Arbeitsgebiet systematisch nach Höhlentieren abzusuchen. Viele Arten sind dabei schon von früheren Exkursionen bekannt. Unbekannten oder nur schwer zu bestimmenden Tierarten werden zur Bestimmung an verschiedene Fachleute in ganz Europa geschickt.

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